12.11.07

Späte Rache.

Nachdem ich ja Anfang diesen Jahres (zusammen mit Leuten) den Sturm Kyrill einfach mal ignoriert hatte, dachte sich das Wetter nun scheinbar, dass es so nicht geht und ich auch noch meinen Teil abbekommen sollte.
Es begab sich also zu der Zeit, dass ich vergangenen Freitag in die große Stadt nach Hamburg fahren wollte, um dort liebe Menschen zu treffen und alkoholische Getränke zu genießen.
Das ist normalerweise gar kein Problem, das ist nicht mal zu Streikzeiten ein Problem, weil die metronom Eisenbahngesellschaft privatisiert ist und mit der GDL eh nix am Hut hat.
Es wird aber zu einem Problem, wenn man in Lüneburg steht, eigentlich 45 Minuten später verabredet ist und plötzlich durchgesagt wird, dass Sturm Tilo einen Baum auf eine Oberleitung geweht hat, die sofort nachgab und somit jede Weiterfahrt unmöglich machte.
Also Schienenersatzverkehr. Grandioserweise war die Oberleitung auch erst kurz vor meiner Ankunft in Lüneburg kaputt gegangen, weshalb es gut 35 Minuten dauerte, bis Busse organisiert waren.
Nachdem dann größere und kleinere Unklarheiten (unter anderem auch das Fahrtziel der Busse) geklärt waren, ging es mit drei absolut überfüllten Bussen los durch die hintere niedersächsische Wallachei. Ortskundigen Mitreisenden zufolge nahmen wir dabei auch noch einen netten Umweg, so dass sich die Fahrzeit von eigentlich ca. 20 Minuten auf etliches mehr ausdehnte.
Schließlich kamen wir aber im wunderschönen Winsen an der Luhe an, wo auch bereits ein Metronom darauf wartete, uns weiter nach Hamburg zu transportieren. Die freundliche Zugbegleiterin rief jedem beim Einsteigen gleich mal zu, dass sie nicht wisse, wann es weiterginge. Gute Aussichten.
Nach einer Viertelstunde kam dann eine Durchsage: "Liebe Fahrgäste, leider befindet sich unser Lokführer noch in Lüneburg. Er hat sich jetzt aber ein Taxi genommen und sollte in 20 bis 30 Minuten hier sein und dann geht's weiter". Fein, wir haben also den wichtigsten Mann in Lüneburg vergessen.
Irgendwann kam der Lokführer dann aber auch an und wir setzten uns tatsächlich in Bewegung. Um gleich darauf wieder anzuhalten und wieder loszufahren und anzuhalten und... Anstatt dass wir nämlich wie normalerweise und planmäßig ab Winsen nur noch in Harburg und am Hamburger Hauptbahnhof halten, nahmen wir nun jedes Kuhdorf mit, hielten an jeder Milchkanne und... warum? Keine Ahnung, ich habe auch keinen gesehen, der dort ausgestiegen wäre.
Und dann folgte auch schon die nächste Überraschung, natürlich wieder in Form einer Durchsage: "Liebe Fahrgäste, dieser Metronom fährt jetzt nur bis Harburg und von dort aus direkt weiter nach Bremen. Wenn Ihr Reiseziel Hamburg Hauptbahnhof ist, so bitten wir sie, in Harburg auszusteigen und mit der SBahn weiterzufahren." Gerade als sich mehr oder weniger viel Empörung breit gemacht hatte, gab es allerdings eine Form von Entwarnung: "Höchstwahrscheinlich fährt dieser Metronom nun doch zum Hauptbahnhof durch". Tat er dann glücklicherweise auch und ich war in der Rekordzeit von vier Stunden (statt normalerweise 2:20) endlich in Hamburg. Der Rest des Abends und des Wochenendes war dann zum Glück auch um Welten besser als der Beginn.

Ach ja. Und ihr dürft raten, wer natürlich in dem Abteil saß, in dem alle Asis dieser Welt waren, die ihre Handylautsprecher strapazierten, "lustige" Kommentare herumbrüllten und auch sonst herausragend angenehme Mitreisende waren.

1 Kommentar:

Bee hat gesagt…

Tehe. Herrje. Aber ich bin stolz auf dich, dass du irgendwann mal da warst und es war dann auch sososososo toll auch. :'D