13.2.08

Gute Kunden zum Zweiten.

Protagonist ist dieses Mal ein in die Jahre gekommener Herr, der eventuell auch eher am unteren Ende der Intelligenzskala lebt.
Er betritt also den Laden mit vier eingeschweißten VHS-Kassetten in der Hand, die er zum Ankauf anbietet. Es sind Filme vom Kaliber "Eine romantische Unimogfahrt durch den Harz in 13 Stunden".
Wir haben kein Interesse, was er mit etwas Bedauern zur Kenntnis nimmt - aber er hat ja einen Alternativplan, den er uns auch sogleich in epischer Breite erklärt: Er wird die Videokassetten seiner Nichte, der Bärbel, zum Verkauf anbieten. Die freut sich bestimmt, weil "die werden mal richtig was wert, VHS hat doch heute keiner mehr".
Unsere Versuche, seinen Monolog mittels "Wir arbeiten dann hier mal weiter" und später auch "Ja, tschüß dann, schönes Wochenende" zu unterbrechen, scheitern nicht zuletzt daran, dass er in unmittelbarer Nähe des Ausganges nicht nur ausgelegte Zeitschriften ("Kann ich eine mitnehmen?", "Kann ich auch noch eine, für meine Nichte, die Bärbel?") sondern auch die "Heavy"-Abteilung entdeckt. Er verkündet begeistert, er wäre ja auch ein großer Heavy Metal-Fan. Ich headbange am Tresen, Olaf fällt vor Lachen vom Stuhl, Vorhang zu.

Okay, Vorhang nochmal kurz auf.
Ich frage mich derzeit, ob es mal ein lohnenswertes Projekt sein könnte, jedes Musikstück, das ich besitze, einmal anzuhören. Nicht am Stück, da wäre ich mehr als eine Woche beschäftigt, aber eben so... nebenher. Vermutlich kommt da auch viel Entsetzen bei rum.

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