31.8.09

"Das ist ein BINGO!" - Inglourious Basterds

Um das gleich aus dem Weg zu räumen: Ja, Quentin Tarantino mag Füße immer noch ziemlich gern.
Das ist aber auch in Ordnung, weil die Geschichten, die er um die Fußszenen herum konstruiert, in den meisten Fällen mehr als nur gut sind. So eben auch Inglourious Basterds.
Ich gehe sogar so weit und sage, der Film ist brilliant, der Film ist ein Meisterwerk und er ist ganz sicher bis dato mein liebster Tarantino.
Er ist nicht realitätsgetreu (aber wer das von Quentin Tarantino erwartet, der... Ich weiß nicht. Hat Tarantino sich jemals um physikalische Gesetze, historische oder auch (human)biologische Genauigkeit geschert? Eben.), es ist auch kein 153-minütiges Feuerwerk an Explosionen, Verfolgungsszenen und Prügeleien, aber. Es ist einfach so: Das macht absolut nichts aus. (Und überhaupt: als bräuchte ein Film das) Inglourious Basterds lebt von den Dialogen und selbstverständlich von den grandiosen Schauspielern.
Brad Pitt kann durchaus, wenn er nur will. Christoph Waltz als "Judenjäger" Hans Landa ist mehr als nur perfekt besetzt und sollte dafür mindestens ein Mutterkreuz bekommen. Über Diane Kruger kann man hinwegsehen, weil einfach alle anderen so sehr brillieren.
Leider gilt für die Darsteller Hitlers, Goebbels', Görings und Bormanns das, was oft für Filme über Nazis gilt: Wir reduzieren die Figuren auf das Minimum (Hitler, naja, der hatte diesen Bart. Goebbels immer diesen Blick, als müsse er gerade mitansehen, wie seine Muddi von einem Pferd vergewaltigt wird. Göring war dick. Und Bormann? Ach, machen wir einen Pfeil dran, der ihn als Martin Bormann identifiziert.) und scheren uns sonst eher weniger um Ähnlichkeiten.
Zugegebenermaßen ist das aber auch zu verschmerzen, nicht zuletzt, weil Inglourious Basterds in erster Linie eben kein Film über Hitler und seine Schergen (Haha, das Wort wollte ich schon lange mal unterbringen!) sein will, sondern die Geschichte der Basterds (zweitliebste Figur hier: der "Bärenjude") erzählt. Und das gelingt ausgesprochen gut.
[nerdmodus]Natürlich gibt es ein, zwei kleinere Filmfehler (IMDB lässt grüßen. An dieser Stelle Grüße zurück an die Person, die moniert, dass auf einer Karte eine Region als "Otmanien" bezeichnet ist - schon mal was von altdeutscher Schrift gehört?); derer gibt es aber einerseits in jedem Film einige und ich erwähne das eigentlich auch nur, weil ich zum ersten Mal (!) während eines Films (!!) und ohne vorher zu wissen, worauf man achten muss (!!!) ganz alleine (!!!!) welche entdeckt habe.[/nerdmodus]
Ich spreche also neben einer uneingeschränkten Empfehlung auch die freundliche Nötigung, sich den Film anzusehen, aus.
Zwar ist er im englischen Original aufgrund von HurrallesistbesserimenglischenOriginal sicher noch einen Tick besser, aber die deutsche Synchronisation beschert uns immerhin folgenden (sinngemäßen, aus meiner Erinnerung rekonstruierten) Dialog:
Hans Landa (auf französisch): Leider erschöpfen sich meine Französischkenntnisse an dieser Stelle; ich hörte jedoch, Sie sprächen recht gut deutsch. (Im Original heißt es statt deutsch eben englisch.)
Franzose: Ja.
H.L.: Nun, ich zufälligerweise auch!
Inglourious Basterds - ein guter Film!

Kommentare:

Archäää hat gesagt…

I FUCKING LOVE THIS MOVIE! :haw:

Wenn ich groß bin, will ich auch Bärenjude werden, Mann.

Anonym hat gesagt…

Und kann mir nun noch jemand erklären, wieso man in diesem Film überhaupt etwas übersetzen musste und nicht einfach nur die Untertitel anpassen konnte?
Übrigens: Ich will ein Miezekätzchen!